Die geplante Stadtbahn LUCIE steht an einem entscheidenden Punkt: Die nächsten Schritte erfordern ein klares politisches Bekenntnis – gerade von zentralen Akteurinnen und Akteuren wie der Stadt Ludwigsburg. Als größte Kommune im Verbundnetz hat Ludwigsburg die Chance, eine wegweisende Rolle zu übernehmen und damit ein wichtiges Signal für nachhaltige Mobilität in der Region zu setzen.
Die Fakten sprechen für sich: In der offiziellen Antwort des Verkehrsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage von Silke Gericke MdL heißt es klar und deutlich: „Die bisher untersuchte Möglichkeit, LUCIE über Gleis 6 in den Bahnhof Ludwigsburg einzuführen, kann betrieblich nicht als robust angesehen werden.“ Die ursprünglich geplante Einbindung über die DB-Infrastruktur ist damit sowohl in betriebstechnischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht mit erheblichen Risiken verbunden.
Die vom Zweckverband vorgeschlagene Alternativtrasse bietet hingegen nicht nur betriebliche Vorteile, sondern ist auch wirtschaftlich deutlich sinnvoller und realistischer umsetzbar. Für Ludwigsburg bedeutet diese Lösung eine finanzielle Beteiligung von rund 5 Millionen Euro – verteilt über mehrere Jahre. Mehr als 87 Prozent der Projektkosten werden dabei durch Fördermittel von Bund und Land getragen.
Silke Gericke betont: „Ich habe großes Verständnis für die finanzielle Verantwortung, vor der Städte heute stehen. Aber gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, langfristig zu denken. Die Investition in LUCIE ist eine Investition in die Zukunft unserer Mobilität, unserer Umwelt und unserer Lebensqualität.“
Ludwigsburg kann mit der Stadtbahn seine zentrale Rolle in der Region weiter stärken – als Bildungs- und Arbeitsstandort, als attraktiver Wohnraum, als Stadt mit zukunftsweisender Infrastruktur. Zahlreiche Städte mit ähnlichen Projekten zeigen eindrucksvoll, wie Stadtbahnen Impulse für Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz sowie soziale Teilhabe setzen.
„Ich kann jedoch nicht nachvollziehen, dass sich ausgerechnet der Einzelhandel gegen LUCIE stellt. Studien aus verschiedenen Städten belegen, dass der Einzelhandel erheblich vom Ausbau des ÖPNV – insbesondere durch Straßenbahnsysteme – profitiert. Attraktive, gut erreichbare Innenstädte steigern die Verweildauer und die Umsätze. Wer den innerstädtischen Handel stärken will, sollte Stadtentwicklung und ÖPNV nicht gegeneinander ausspielen, sondern zusammendenken. Hinzu kommt: Ludwigsburg muss heute in Sachen Klimaschutz und Resilienz ganz andere Antworten liefern als noch vor fünf oder zehn Jahren. Extremwetterlagen, Energiefragen und eine sich verändernde Mobilitätskultur erfordern entschlossenes Handeln. LUCIE ist ein Projekt, das nicht nur verkehrlich, sondern auch ökologisch und sozial auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert – und genau die Infrastruktur schafft, die moderne Städte heute brauchen, um zukunftsfähig und lebenswert zu bleiben,“ erläutert Gericke.
Auch aus dem Umland gibt es große Erwartungen. Viele Kommunen sind bereit für den nächsten Schritt, doch der Projektfortschritt hängt wesentlich an der Entscheidung aus Ludwigsburg. „Ich sehe darin eine große Chance für Ludwigsburg, als treibende Kraft ein neues Kapitel regionaler Zusammenarbeit aufzuschlagen“, so Gericke.
Abschließend macht sie deutlich:
„LUCIE ist kein technisches Experiment, sondern eine echte Zukunftsinvestition. Ich wünsche mir, dass Ludwigsburg diese Chance nutzt und gemeinsam mit den Partnerkommunen ein starkes Zeichen für eine moderne, klimafreundliche und generationengerechte Mobilität setzt.“